Mittwoch, 24. Mai 2017
Also AfD
Manche Schüsse gehen nach hinten los. Und ich glaube, die kürzlich erschienene Studie des Göttinger Instituts für Demokratieforschung über Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland kann man dazu zählen. Als ich darüber in den Medien hörte, fragte ich mich nur, was das für ein Unsinn sein soll. Man hat es ja schon öfter gehört. Wir Ostdeutschen sind prinzipiell anfällig für Rechtsextremismus, weil wir zwei Diktaturen erdulden mussten und keinen Kontakt mit Ausländern hatten. Uns ist das alles fremd und Fremdes muss man ablehnen.

Mein Gefühl über methodische Schwächen der Studie wurde von den Autoren des sciencefiles.org-Blogs bestätigt und begründet:
https://sciencefiles.org/2017/05/18/der-rechtsextrem-fremdenfeindliche-ossi-junk-science-trifft-journalistische-ahnungslosigkeit/

Ich möchte mich hier nicht am Streit beteiligen, ob es der Studie an Wissenschaftlichkeit fehlt oder nicht, kann aber berichten, was so etwas bei mir anrichtet. Ja, ich gebe es zu, über diese Studie habe ich mich sehr geärgert. Insbesondere auch, weil ein von mir wirklich hochgeschätzter Kollege mit westdeutschen Wurzeln die Schlussfolgerungen so einfach nachplapperte.

Ich erinnere mich noch an meine Zeit in der DDR. Ich war evangelisch getauft, ging zur Jugendstunde und wurde konfirmiert. Grund genug, als Systemgegner zu gelten. Ich habe die Tribunale nicht vergessen, vor denen ich als Schülerin stand und ich mich für meinen Glauben rechtfertigen musste.

Was passiert, wenn man ständig stigmatisiert wird? Man wird anfällig dafür, sich tatsächlich in die entsprechende Richtung zu entwickeln. Damals fing ich tatsächlich an, das System zu hinterfragen, diskutierte in kirchlichen Jugendgruppen und ging 1989 demonstrieren. Das System wurde überwunden.

Und was passiert jetzt, fast 30 Jahre später? Ein déja-vu! Ich stamme aus Ostdeutschland, wohne in Sachsen, arbeite in Dresden, ergo bin ich Nazi.

In diesem Jahr habe ich ohnehin Probleme, welche Partei ich bei der Bundestagswahl wählen soll. Die letzten Male hatte ich grün gewählt, aber diese Partei befasst sich zur Zeit meiner Meinung nach mit den falschen Themen (siehe dazu auch z.B. dieses Interview: http://www.deutschlandfunk.de/gruenen-politiker-boris-palmer-wir-muessen-uns.694.de.html?dram:article_id=386275). SPD und CDU scheiden für mich insbesondere wegen der Spitzenkandidaten aus, die Linken wegen ihres Programms und die FDP ist außerhalb des Parlaments genau da, wo ich sie sehen möchte.

Zum Glück gibt es ja Wahlhilfe mit o.g. wissenschaftlicher Begründung und ich weiß jetzt, dass die AfD oder auch die NPD künftig meine Interessen vertreten.

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Montag, 8. Mai 2017
Doping für Jedermann
Na, das ist doch mal eine tolle Nachricht. Manchmal ist Wissenschaft doch zu was gut. Forscher haben jetzt in einer Studie eine Pille gefunden, mit der man ganz ohne Fitnesstraining fit und ausdauernd wird.

Das funktioniert so, dass der Stoffwechsel angeregt wird, vor allem Fett statt Zucker zu verbrennen. Damit haben die meisten von uns nahezu unbegrenzte Reserven und der Zucker reicht dann viel länger für's Gehirn.


Ein Traum wird wahr. Wir werden schlank und fit vor der Glotze und müssen dabei nicht mal Sport gucken. Pille schlucken genügt.

Und der Haken? Bisher klappt das leider nur bei Mäusen.

Hier der Link zur Meldung:

http://www.wissenschaft.de/leben-umwelt/gesundheit/-/journal_content/56/12054/17525221/Fitness-Pille-f%C3%BCr-Maus-und-Mensch%3F/

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Samstag, 11. März 2017
Zweisprachige Kindererziehung
Als mein Kind geboren wurde, hätte ich mir auch gewünscht, es zweisprachig erziehen zu können. Nur zugetraut habe ich es mir nicht, da wir beide Deutsch als Muttersprache haben.

Die Bloggerin Jessica Thomas meint, dass jeder sein Kind zweisprachig erziehen kann. Hier ihr Gastbeitrag dazu:

Wieso eine zweisprachige Erziehung eine Bereicherung für jedes Kind sein kann

In der heutigen, globalen und vielseitigen Welt spielen Sprachen eine immer größere Rolle. Laut bambiona.de, einem Erziehungsratgeber für Eltern, waren bisher meist nur Eltern, die selbst verschiedene Muttersprachen haben, mit der Frage der bilingualen Erziehung konfrontiert. Mittlerweile, entscheiden sich aber immer mehr Eltern mit gleicher Muttersprache, eine zweite Sprache in den Haushalt einzuführen, um dem Kind einen besseren Start in die spätere Bildung zu bieten.

Wieso sollte man sein Kind überhaupt bilingual erziehen?

Ganz offensichtlich ist der Vorteil für die zukünftige Bildung des Kindes. Wer eine Sprache mehr spricht - auch noch fließend - ist auf dem späteren Arbeitsmarkt klar bevorzugt. Aber auch von Seiten der Entwicklungspsychologie gibt es stichhaltige Argumente, wieso es zumindest keinerlei Nachteile für ein Kind mit sich bringt, bilingual erzogen zu werden. Während der ersten drei Lebensjahre erlernt das Kind zunächst Kommunikation gibt und anschließend sich zu kommunizieren. Während der nächsten drei Lebensjahre erlernt das Kind bereits vollständige, logisch aufgebaute Sätze zu bilden, Zeiten zu benutzen und spricht mit vier Jahren bereits technisch wie ein Erwachsener - bis auf das eingeschränkte Vokabular.

Wie sollte die bilinguale Erziehung sein?

Da Kinder so außerordentlich aufnahmefähig sind und innerhalb weniger Jahre ihre Muttersprache einwandfrei beherrschen, muss man gar keinen großen Aufwand betreiben, um ein Kind zweisprachig zu erziehen. Generell gibt es nur eine Grundregel: Die Sprachen sollten nicht vermischt werden. Das Kind muss von Anfang an zwei verschiedene Sprachen erkennen können. Wenn Sie als Eltern beide zu mischen beginnen, wird Ihr Kind das zum einen auch tun, zum anderen kann es aber auch Störungen im generellen Spracherwerb führen.

Wer sich an die Faustregel des Nicht-Vermischens der Sprachen hält, der kann seinem Kind schon ein großes Geschenk mit auf den Weg geben, wenn es bilingual erzogen wird.

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